Am 14. Oktober macht Oberwesel mobil: Treffpunkt 16.00 Uhr Kulturhaus!

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Auszug Stellungnahme ICOMOS
Bereits acht Sitzungen hat die Deutsche Bahn AG gemeinsam mit der Kommunikationsagentur IFOK zum Thema Erneuerung Bank-Bett- und Kammerecktunnel und ihren Alternativen durchgeführt. Am 14. Oktober findet nun mit der neunten Sitzung definitiv die letzte Arbeitskreissitzung im Kulturhaus Oberwesel statt – und dabei geht es für unsere Stadt um sehr viel.

Ziel der Gespräche des Arbeitskreises ist es unter Mitwirkung zahlreicher politischer Vertreter aus Stadt und Region und gesellschaftsrelevanter Gremien und Vereine am Ende eine Empfehlung zum Thema Bahnverkehr in Oberwesel und St.Goar auszusprechen.

Was bisher passiert ist

Handlungsbedarf entstand zum einen durch den Sanierungsnotstand der über 150 Jahre alten Tunnel, zum anderen durch das in wenigen Jahren zu erwartende bis zu 50% erhöhte Zugaufkommen nach Öffnung des Gotthardtunnels.

Da ist u.a. der Verbandsgemeinderat vertreten durch Verbandsbürgermeister Thomas Bungert, da ist der Stadtrat mit Bürgermeister Jürgen Port, politische Vertreter umliegender Gemeinden, da ist Denkmalpflege und ICOMOS – zuständig für das Weltkulturerbe -, der Bauverein Oberwesel, Vertreter der Winzerschaft und – nicht zuletzt – die Bürgerinitiative Oberwesel22, die sich alle vehement für eine verträgliche Bahnlösung in Oberwesel und St.Goar einsetzen. Sie alle haben Stellung bezogen in den Arbeitskreisen, Argumente ausgetauscht und auch gestritten. In den letzten Sitzungen ging es längst nicht mehr um die Frage der Sanierung der veralteten Tunnel.

Umfahrung ist existenziell !

Denn es war bald erkannt worden, dass der Erhalt der vorhandenen Tunnel den künftigen Erfordernissen und dem zunehmendem Zugverkehr nicht standhalten kann. Vielmehr ging es um die existenzielle Frage: geht der Zugverkehr künftig durch den bei St. Goar geplanten Tunnel mitten hinein in die kulturhistorisch sehr bedeutende Weinbergslage Oelsberg und dem touristisch so beliebten Oelsbergsteig, mit einem circa 450m breiten Tunnelportal und mit Hochgeschwindigkeit durch Oberwesel hindurch und zerstört so sukzessive die intakten Strukturen der Stadt. Oder ermöglicht eine Umfahrung der Stadt neue Lebensqualität und gesteigerten Tourismus unter Erhalt des einzigartigen Oelsbergs, eine Lage, die zudem zahlreiche seltene und schützenswerte Tiere und Pflanzen beherbergt.

Oelsberg: „Kulturhistorisch bedeutsame Lage“ !

Letzteres wurde bereits vor 8 Jahren erkannt, als mit hohen Investitionen diese Weinbergslage reaktiviert wurde. Schon 2006, zur Einweihung des Oelsbergsteigs, erkannte der damalige rheinland-pfälzische Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Hendrik Hering: „Die Vorteile für Natur und Landschaft liegen darin, dass ein bedeutender Kulturlandschaftsbestandteil reaktiviert und erhalten wird. Die standort-typische Fauna und Flora, unter denen sich viele seltene Arten (“Rote Liste”) befinden, können in ihrer Existenz nachhaltig gesichert werden. Der Vorteil für die bewirtschaftenden Winzer liegt in einer Verbesserung der Bewirtschaftungsbedingungen, die es ihnen möglich macht, die kulturhistorisch bedeutende Lage aufrechtzuerhalten“.

Tourismus im Weltkulturerbe stärken statt schwächen !

Untersuchungen eines renommierten Bonner Biologen, über einen Zeitraum von 9 Jahren durchgeführt im Bereich des Oelsbergs, belegen bedrohte und schützenwerte Tier- und Pflanzenarten. Diese eindeutigen Ergebnisse wurden der DB AG vorgelegt und werden auch in der letzten Sitzung am 14. Oktober in der Gesamtbewertung eine Rolle spielen müssen. Was in Oberwesel über Jahrhunderte von Menschen erbaut und geschaffen wurde steht mit Recht unter Denkmalschutz und unter dem Schutz des Weltkulturerbes. Eine gigantische Tunnelöffnung am Stadteingang von Oberwesel und mit einem künftig enorm gesteigerten Zugaufkommen würde den Weltkulturerbestatus in Frage stellen und auch die in mühevoller Arbeit des Bauvereins erarbeitete Stadtkulisse langfristig schädigen. Diese geschichtsträchtige Stadt wäre für den Tourismus – die Lebensader Nummer 1 – zukünftig immer weniger attraktiv.

Einsatz für Oberwesel zeigen !

Deshalb ruft die Bürgerinitiative „OBERWESEL22“ mit ihren zahlreichen Mitgliedern unter anderem auch aus der Oberweseler Politik, der Gastronomie und Hotellerie, der Winzerschaft und den Vereinen (Kolping/DJK/Vesalia/Gewerbeverein/Bauverein) auf, am Dienstag den 14. Oktober 16.00 Uhr vor dem Kulturhaus mit Nachdruck den gemeinsamen Bürgerwillen deutlich zu machen. Ab 17.00 Uhr werden wir mit einer großen Anzahl von Traktoren in den Oelsberg fahren um vor Ort eine Weinprobe dieser Lage zu genießen und von den Winzern wichtige Informationen zu dieser einmaligen Lage zu erhalten. Ab 19.00 Uhr erwarten wir vor dem Kulturhaus den Ausgang der letzten Sitzung.